Aktuelles
Schüler erfolgreich bei Robotik-WM

Wettbewerb Schüler des Ernst-Abbe-Gymnasiums Oberkochen reisen zur größten Robotik-Weltmeisterschaft in die USA – und gewinnen einen Award. Von Tina Nusshör, Schwäbische Post
Oberkochen
Wenn mitten in St. Louis plötzlich Jugendliche aus Oberkochen zwischen Teams aus China, Mexiko oder den USA stehen, Roboter testen, auf Englisch diskutieren und unter dem Jubel hunderter Zuschauer antreten, dann ist klar: Das hier ist keine gewöhnliche Klassenfahrt.
15 Schüler der Robotik-AG des Ernst-Abbe-Gymnasiums (EAG) haben im April an der „VEX Robotics World Championship“ in St. Louis, Missouri, teilgenommen – einer der größten Robotik-Weltmeisterschaften für Schulen. Zuvor hatten sich gleich zwei Teams des EAG beim Qualifikationswettbewerb in Hamburg als zwei der drei besten deutschen Mannschaften für die Weltmeisterschaft bewährt.
Dort gelang dann der große Erfolg: Das Team der Klassenstufe elf gewann den begehrten „Inspire Award“. „Dieser Preis ist schon eine Nummer“, sagt Lehrerin und AG-Leiterin Sonja Fick stolz.
Weltmeisterschaft der Tüftler
Die „VEX Robotics World Championship“ gilt als weltweit größtes schulisches Robotikturnier. Tausende Schülerinnen und Schüler aus zahlreichen Ländern treten dort mit selbst entwickelten Robotern gegeneinander an. Ziel ist es nicht nur, technisch gute Maschinen zu bauen, sondern auch Teamarbeit, Kreativität, Programmierung und strategisches Denken unter Beweis zu stellen.
Dabei geht es auf den Spielfeldern laut, schnell und hoch konzentriert zu. Die Teams müssen ihre Roboter in mehreren Matches steuern, Punkte sammeln und spontan auf gegnerische Strategien reagieren, erklärt Fick. Und genau dort bemerkten die Oberkochener schnell einen Unterschied zu europäischen Wettbewerben. „Die Fahrweise und Strategie ist in den USA ganz anders“, erzählt Julian Maier aus Klassenstufe elf. „Ja, aggressiv im Vergleich zu Europa“, ergänzt Teamkollege Alexander Deis.
Roboter aus Stahl
Die älteren Schüler traten mit sogenannten „VEX V5“-Robotern an. Diese Maschinen dürfen maximal 45 mal 45 mal 45 Zentimeter groß sein und bestehen aus Metallbauteilen, Motoren, Sensoren und pneumatischen Elementen. Gebaut und programmiert werden sie komplett von den Schülern selbst.
In diesem Wettbewerbsjahr bestand die Aufgabe darin, Bälle beziehungsweise Spielobjekte einzusammeln und in bestimmte Ziele oder Röhren zu befördern – während gegnerische Teams gleichzeitig versuchten, die Punkte wieder zunichtezumachen oder Objekte herauszuschießen. Strategie, Präzision und schnelle Reaktionen sind deshalb entscheidend.
Die jüngeren Teilnehmer aus den Klassen 7 und 8 arbeiteten mit „VEX IQ“-Robotern. Diese bestehen eher aus Kunststoffmodulen und erinnern optisch an ein besonders anspruchsvolles Lego-Technik-System. Auch hier entwickeln die Schüler eigene Konstruktionen und Programme.
Alles auf Englisch
Nicht nur die Technik war in den USA eine Herausforderung: Die gesamte Weltmeisterschaft läuft auf Englisch – von den Regeln bis zu den Jury-Interviews. „Das war für uns Siebtklässler erst mal anstrengend“, sagt Lukas Kistner, der gemeinsam mit Jarne Trommer und zwei weiteren Schülern ein Team bildete. „Man kommt aber schnell rein und lernt auch etwas für den Englischunterricht“, ergänzt Jarne Trommer. Neben den Wettbewerben trafen die Jugendlichen außerdem Teams aus aller Welt – genau das mache den besonderen Reiz der Veranstaltung aus.
Preis hat besondere Bedeutung
Der Gewinn des „Inspire Award“ war schließlich der Höhepunkt der Reise. Der Preis wird bei der Weltmeisterschaft an Teams vergeben, die nicht nur technisch überzeugen, sondern auch andere inspirieren, Ideen teilen und als Vorbild innerhalb der Robotik-Community auftreten. Bewertet werden dabei unter anderem Kreativität, Teamarbeit, Auftreten und Engagement. Dass ausgerechnet ein Team aus Oberkochen diese Auszeichnung mit nach Hause bringt, sorgt deshalb am EAG für große Freude.
Schüler des Ernst-Abbe-Gymnasiums qualifizierten sich zur Robotik-Weltmeisterschaft für Schulen in den USA. Foto: tik Lukas Kistner und Jarne Trommer traten mit einem Team der Klassenstufen sieben und acht an. © tik Julian Maier und Alexander Deis aus Klassenstufe elf gewannen zusammen mit ihrem Team den „Inspire Award“. © tik